Schulische Bildung

Kindergärten zum Nulltarif

Anders als in Deutschland sind Kindergärten fester Bestandteil des belgischen Schulsystems und werden von 95 Prozent der belgischen Kinder besucht. Spielerisch machen die Kleinen in der Vorschule die ersten Gehversuche in Lesen und Schreiben. So erfolgt der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ganz zwanglos und unbeschwert. Ein großes Plus für die Eltern sind die Kosten: Null Euro.

Spitzenreiter im Erlernen der 1. Fremdsprache

Bereits ab dem ersten Kindergartenjahr werden ostbelgischen Kindern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft erste Fremdsprachenkenntnisse vermittelt – ein Erfolgskonzept, dem die Wissenschaft Recht gibt: Wer früh anfängt, erlernt eine Sprache einfacher und schneller. Eine Studie der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2014 bestätigt: Ostbelgische Kids gehören zu den Spitzenreitern im Erlernen der ersten Fremdsprache; 98,5 Prozent der Kindergartenkinder und Grundschüler erlernen nämlich die französische Sprache.

"Bereits ab dem ersten Kindergartenjahr werden ostbelgischen Kindern erste Französischkenntnisse vermittelt."

Das ostbelgische Schulsystem

Nach den optionalen drei Kindergartenjahren, werden die Kinder im Alter von sechs Jahren in die ganztägige Primarschule eingeschult. Sie dauert sechs Jahre.

In der Primarschule erhöht sich der Fremdsprachenunterricht bis zur dritten Stufe von anfänglich zwei auf fünf Unterrichtsstunden wöchentlich. Die Fächer Kunst, Musik und Sport können in der 1. Fremdsprache, d.h. in Deutsch oder Französisch, erteilt werden.

Es folgen sechs Jahre Sekundarschule. Der allgemeinbildende Unterricht beinhaltet mindestens vier Stunden Französisch. Der Sachunterricht darf bis zu 50 Prozent in französischer Sprache erteilt werden.

Ab dem 15. Lebensjahr haben Jugendliche die Möglichkeit sich für eine Ausbildung im dualen System zu entscheiden. Hier sind zwei Unterrichtsstunden Französisch verpflichtend, allerdings praktizieren die Lehrlinge ihre Französischkenntnisse häufig aktiv im Betrieb.

In Belgien auf Deutsch studieren? Ja, klar!

Ostbelgien ist zu Recht stolz auf seine Autonome Hochschule (AHS), an der aktuell Primarschullehrern, Kindergärtner, Krankenpfleger und Buchhalter ausgebildet werden. Neben einer theoretischen Grundlage wird auf eine praxisorientierte Ausbildung Wert gelegt.

Die Bachelorstudiengänge dauern drei Jahre bis vier Jahre und sind europaweit anerkannt. Wer ein Semester in Deutschland oder Frankreich studiert, der hat kein Problem mit der Anerkennung und auch Praktika im Ausland sind im dritten Jahr möglich. In allen Studiengängen können bei Interesse eine Spezialisierung oder ein Master verfolgt werden.

Wer rastet, der rostet

Bildung findet nicht alleine in der Schule statt. Sie endet auch nicht mit dem Abschluss der Ausbildung oder des Studiums. Jeder sollte die Chance auf persönliche und berufliche Entwicklung haben. In Ostbelgien wird dem lebenslangen Lernen mit über 3,5 Millionen Euro daher eine bedeutende Rolle beigemessen.

"In Ostbelgien wird dem lebenslangen Lernen mit über 3,5 Millionen Euro eine bedeutende Rolle beigemessen."

Dementsprechend bunt und vielfältig ist die Angebotspalette in Ostbelgien. Sie ermöglicht Erwachsenen in allen Lebensphasen das Passende für sich zu finden – ohne Diplom oder Erfolgszwang. Ob Mann oder Frau, Jugendlicher oder Rentner, Naturliebhaber oder Computerfreak, Hobbykoch oder Sportbegeisterte, jeder findet etwas, das seinen Interessen und Fähigkeiten entspricht.

Eine Übersicht aller Weiterbildungsangebote finden Sie in der Weiterbildungsdatenbank des Bildungsserver der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder auf der Website des Rates für Erwachsenenbildung (RfE).

Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte bietet die Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (AHS).

Führungskräfte haben im Seminar- und Eventzentrum Kloster Heidberg in Eupen die Möglichkeit ausgezeichnete Management-Kompetenzen zu erlernen. Der euregionale OpenBordersMBA wird von der HEC-Ulg Liège unter Mitwirkung der FH Aachen und der Universiteit Hasselt angeboten. Die Teilnehmer kommen überwiegend  aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, aber auch aus Ländern der ganzen Welt.